Hermann Gmeiner Schule

Gaadnerstraße 36c , 2371 Hinterbrühl
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Fax: 02236/864361
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Sprachheilklassen

In den Sprachheilklassen werden Kinder, die Probleme beim Sprechen, in Deutsch, Lesen und in der Rechtschreibung haben, unterrichtet. Zusätzlich zum Lehrplan der Volksschule gibt es an diesen Klassen noch intensive Betreuung durch speziell ausgebildete Sprachheillehrer/innen. 
Die Klassen werden integrativ geführt, die Kinder nach dem Volks– bzw. Sonderschullehrplan unterrichtet. 
Unsere Sprachheillehrer bieten spezielle Hilfe und Förderung bei Sprach– und Lernproblemen (zum Beispiel Legasthenie). 
Neben den bewährten Methoden werden auch neue Erkenntnisse wie etwa das „Warnke– Verfahren" angewendet.

 

Unterricht in Sprachheilklassen

Bei sprachheilpädagogischem Unterricht handelt es sich um einen Oberbegriff zur Förderung in schulischen Institutionen, der auf die Sprache des Kindes zentriert ist und durch Individualförderung zu ergänzen ist. (vgl. Grohnfeldt/Schönauer-Schneider: Bausteine sprachheilpädagogischen Unterrichts)

An der Hermann Gmeiner-Schule werden in den Sprachheilklassen in allen  Unterrichtsstunden klassenübergreifende Förderziele, die sich aus der genauen Beobachtung der sprachlichen Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler ergeben, verfolgt. Diese Basisförderung in der Klasse wird bei Kindern, die eine Sprachentwicklungsverzögerung oder Sprachstörung aufweisen einmal pro Woche durch 25 Minuten Einzelsprachheilunterricht ergänzt.

          buchBausteineSpracheilAlexandra Skalicky-Güntner

 

 

 

 

Basis des Unterrichts in unseren Sprachheilklassen stellt eine intensive Förderung der Bereiche Wahrnehmung und Motorik dar, die so eng miteinander verknüpft sind, dass eine Verbesserung in einem Bereich immer auch Auswirkungen auf den anderen Bereich hat.

Auf Ebene der Motorik und auf Ebene der Wahrnehmung wird dies einerseits durch Übungen, die die Sensorische Integration schulen, und andererseits durch Übungen des praktischen Lebens und der Sinnesschulung aus der Montessoripädagogik umgesetzt. Diese Angebote gibt es in der Klassensituation (z.B. Verwendung des Rollbretts in offenen Unterrichtssituationen, Gehen auf der Linie, Schütt- und Löffelübungen, …) und im Bewegungsunterricht beim Stationenbetrieb.

Die gezielte Förderung von Wahrnehmung und Motorik stellt sowohl die Basis für die Entwicklung der Sprache dar, fördert andererseits durch den handlungsbezogenen Kontext Sprache auch ganz direkt. Wichtig ist uns der Grundsatz: „Wir lernen nicht nur mit dem Kopf sondern mit dem ganzen Körper.“

Dieser von uns entwickelte Ansatz der Sprachförderung stellt ein ganzheitliches, kindgerechtes Konzept dar, bei dem beide Gehirnhälften angeregt werden und Sprache in einem möglichst natürlichen Kontext handlungsunterstützt erfahren werden kann.

Im Klassenunterricht werden die 7 Bausteine sprachheilpädagogischen Unterrichts berücksichtigt. Diese werden in störungsübergreifende und störungsspezifische Bausteine unterteilt.

 

Störungsübergreifende Bausteine:

  •  Lehrersprache: Die Sprache der Lehrerin / des Lehrers hat im sprachheilpädagogischen Unterricht eine besondere Bedeutung: einerseits hat sie für das Kind Vorbildcharakter, andererseits dient sie auch als Strukturierungs- und Verständnishilfe. Aspekten wie einem angepassten Sprachniveau, dem Einsatz von Mimik und Gestik, Verarbeitungspausen und speziellen Feedbacktechniken kommen eine besondere Bedeutung zu und sollen den Spracherwerb des Kindes gezielt unterstützen.

  • Metasprache: Unter dem Begriff Metasprache versteht man das bewusste Nachdenken und Sprechen über Sprache. Die Lehrerin / der Lehrer macht die Kinder über wesentliche Merkmale sprachlicher Bildung oder Aussprache aufmerksam, um somit ein gezieltes Abspeichern zu unterstützen. Verdeutlichung durch Schrift ist dabei eine wesentliche Ergänzung.

  • Handlungsbegleitendes Sprechen: In der kindlichen Entwicklung stellt handlungsbegleitendes Sprechen einen wichtigen Schritt dar, denn bevor ein Kind spricht handelt es. Kleine Kinder begleiten ihre Handlungen oft sprachlich. Handlungsbegleitendes Sprechen dient dem Aufbau einer inneren Sprache und ist im Erwachsenenalter für effektive Verhaltensmodifikation verantwortlich. Ohne innere Sprache wird Verhalten schwer steuerbar.

Störungsspezifische Bausteine:

  • Aussprache (phonetisch-phonologische Störung): Bei Störungen der Aussprachewird im Unterricht besonders auf die Lautbildung und die Verwendung des Lautes in größeren Einheiten (Silbe, Wort) geachtet. Mundmotorische Übungen, eine gezielte Schulung der auditiven Wahrnehmung und motorische Visualisierungshilfen, wie Handzeichen, dienen als unterstützende Maßnahmen. Der Laut wird zunächst isoliert erarbeitet und gefestigt, bevor er in Silben und Wörtern zum Einsatz kommt. Der Übertrag in die Spontansprache ist dabei Ziel und zugleich letzter Schritt.

  • Wortschatz (semantisch-lexikalische Störung): Störungen des Wortschatzes äußern sich in Problemen bei der Worterarbeitung, Wortbedeutung und dem Wortabruf. Wortschatzarbeit ist ein grundlegendes Unterrichtsprinzip, das sich im Unterricht in verschiedenen Ritualen (Lernwörter, Wortschatzkiste…) widerspiegelt. Auch der Aufbau einer gezielten Fragehaltung stellt einen wesentlichen Beitrag zur Autonomie des Kindes dar.

  • Grammatik (morphologisch-syntaktische Störung): Hat ein Kind Probleme Wortbausteine oder Wörter richtig in größeren Einheiten, wie dem Wort oder Satz, anzuwenden, spricht man von einer Störung der Grammatik. Im Unterricht wird versucht, handlungsorientierte Formate zu schaffen, in denen das Kind in Modellsituationen gezielt sprachliche Strukturen anwenden und festigen kann. Dabei kommt dem sprachlichen Vorbild und dem Feedbackverhalten der Lehrkraft eine besondere Bedeutung zu.

  • Sprachverständnis: Sprachverständnis meint einerseits die Fähigkeit, Sinn und Bedeutung auf Grund der Wortbedeutung und der grammatikalischen Regeln zu erkennen und andererseits auch die Situation und frühere Erfahrungen einzubeziehen und adäquat zu reagieren. Daraus ergibt sich, dass im Unterricht Übungen zum Sinnverständnis auf Wort-, Satz- und Textebene einen wichtigen Stellenwert haben und dies anschließend durch das Gestalten von interaktiven Situationen in Handlung übergeführt wird.

 

Lehrerinnen im Schuljahr 2017/18

1. Klasse

Kathrin Matzinger

 

3. Klasse

Veronika Niederreiter

 

2. Klasse

Antonia Buchegger
 

 

Sprachheillehrerinnen: Alexandra Skalicky-Güntner, Anita Weber

Teamlehrerinnen: Barbara Keijl, Astrid Lumenda

Religion: röm. kath.: Maria Wess, Sonja Mölk, Bettina Fischer

 Religion evang.: Andrea Planitz

Werkerziehung: Elisabeth Matzka